Sonntag, 2. April 2017

Den großen Schritt wagen - was mir damals geholfen hat

Auf dem Weg in eine erfüllte Beziehung gibt es endlose Schritte, die nötig sind, um gemeinsam wachsen zu können. Angefangen mit dem Schritt sich überhaupt erst auf die Beziehung einzulassen; dann der mitunter riesen Schritt für den Partner in ein anderes Land zu ziehen, sich eine erste gemeinsame Wohnung zu suchen etc.
All diese Schritte kosten viel Mut und Nerven, doch der für mich größte Schritt war eindeutig die Heirat und die Entscheidung gemeinsam in Deutsch- land zu wohnen. Zum einen war ich generell kein großer Fan von Heiraten und zum anderen war auch Deutschland nie das Land, wo ich meine Zukunft sah. Und noch etwas bereitete mir Kopfschmerzen: Die vermeintlichen Reaktionen meiner Umwelt auf unsere Entscheidung. Ich wusste, dass manche Leute der festen Überzeugung waren, dass wir uns nach kurzer Zeit wieder scheiden lassen würden, weil John schließlich ein Betrüger ist, der mich nur ausnutzt, um an Geld und Papiere zu kommen.

Diese Vorstellung löste nicht gerade Begeisterung in mir aus, doch was sollte ich sagen? Hatte ich eine Garantie, die sie vom Gegenteil überzeugen würde? Nicht mal der Umstand, dass wir bis dato 2,5 Jahre zusammen waren und schon gemeinsam gewohnt hatten, konnte mich vor dessen vorschnellen Urteil bewahren. Nein, allein die Zeit würde den wahren Kern unserer Liebe offenbaren und auch ich war äußerst gespannt wie unsere Reise weitergehen würde...

Es gab also einige Gründe, die gegen eine Hochzeit sprachen. Was hat mir also in Momenten des Zweifels geholfen mich dennoch dafür zu entscheiden?

Kommunikation mit meinem Herzen

Ich habe mit der Zeit (vorwiegend auch von John) gelernt meinen Fokus nach Innen zu richten und mich in diesen Momenten stets zu fragen: Mira, was willst DU? Was ist der nächste Schritt, der für DICH jetzt stimmig ist? Welche Entscheidung löst ein Wohlgefühl in dir aus?

Diese Kommunikation mit meinem Herzen hat mich wieder zentriert und mit dem in Kontakt gebracht, was ich tief in meinem Inneren schon die ganze Zeit gewusst hatte: Ich will mit diesem Mann mein Leben verbringen, koste es was es wolle! Ich spürte eine so tiefe Liebe.

Gleichzeitig habe ich gespürt, dass es noch eines Zwischenschritts bedarf, um schlussendlich für den "großen Schritt" bereit zu sein. Wir haben uns daher erstmal für ein stinknormales Touristenvisum entschieden, damit wir eine mögliche Zukunft in Deutschland gemeinsam erfühlen konnten. Das hat sich stimmig angefühlt und etwas in mir konnte sich entspannen.

Herz und Verstand als gleichberechtigte Partner

Ich würde mich als Mensch mit hohen Idealen bezeichnen, der aber gleichzeitig mit beiden Beinen auf der Erde steht. Ich brauche den Kontakt zu meinem Herzen und folge auch gerne meiner Intuition. Dennoch habe ich einen sehr starken Verstand, der ebenfalls hinter meiner Entscheidung stehen muss. Damals, als ich mit Lamin an einem ähnlichen Punkt stand, hat mein Verstand gegen diesen Schritt rebelliert. Was war also dieses Mal anders?

Mir war es primär wichtig, dass mein Partner nicht länger als nötig von mir abhängig ist. Dafür bin ich wahrscheinlich zu sehr Wassermann ;-) Nein, im Ernst. Ich bin ein absoluter Fan von einer gleichberechtigen Partnerschaft und das bedeutet, dass mein Partner in Deutschland ebenfalls eine Chance auf ein eigenständiges Leben hat.

Diese Chance sah ich bei John deutlich ausgeprägter als bei Lamin. John hatte ein abgeschlossenes Studium als 3D Animator, welches ihn befähigt in Deutschland eine entsprechende Arbeitsstelle zu finden. Zum anderen war John viel offener anderen Kulturen gegenüber als Lamin. Als ich ihn kennengelernt habe, hatte er bereits alleine gewohnt und bewegte sich in einem sehr internationalen Umfeld. Ich war also zuversichtlich, dass er sich auch in Deutschland zurechtfinden würde.

Im richten Moment aktiv werden

All diese Punkte haben mir damals das Gefühl gegeben, dass unsere Beziehung nicht allein auf Luftschlössern basiert, sondern eine reale Grundlage besitzt, auf die wir aufbauen können. Als die ersten Wochen nach Johns Ankunft ins Land gezogen waren und sich die Dinge sehr positiv entwickelt hatten, wusste ich das nun der Zeitpunkt gekommen war für den nächsten Schritt. Zu unserer Überraschung war es dann sogar möglich auf seinem Touristenvisum zu heiraten ohne im Anschluss erstmal wieder auszureisen zu müssen. Wenn das nicht eine glückliche Fügung war...


Jetzt, fast zwei Jahre später, bin ich heilfroh diesen "großen Schritt" gewagt zu haben. John hat sich prima eingelebt und wir führen eine gleichberechtigte, erfüllende Partnerschaft.

Wie geht es dir diesbezüglich? Stehst du kurz vor einem solchen Schritt oder hast du ihn bereits hinter dir? Was sind deine aktuellen Bedenken bzw. was hat dir damals geholfen? Ich freue mich auf sämtliche Kommentare.

Herzlichst,
Mira

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