Sonntag, 6. November 2016

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 5: In Deutschland leben)

Entscheidung, den Partner nach Deutschland zu holen

Das ist die Entscheidung, die den meisten Mut erfordert. Meist ist diese Entscheidung mit einem Ehering verbunden. Mit diesem Schritt sollte man sich aus meiner Sicht mindestens 1 Jahr Zeit lassen. Im meinem Fall hatten wir drei Jahre, in denen wir uns ausgiebig kennenlernen konnten. Dadurch wusste ich, dass ich mich auf den Menschen, der mich ein Leben lang begleiten soll, absolut verlassen kann. Ich halte es absolut nicht für sinnvoll, sich zu schnell auf den Bund der Ehe einzulassen.  Natürlich muss das jedes Paar selbst entscheiden, aber meiner Meinung nach sollte die Beziehung ausreichend Zeit erhalten in ihrem eigenen Tempo zu wachsen. Das auch einfach aus dem Grund, dass man mögliche Konfliktpunkte in der Verliebtheitsphase noch nicht erkennen kann und sich dadurch vielleicht frühzeitig an jemanden bindet, der nicht wirklich kompatibel für ein Leben zu zweit ist. Weitere Gründe für eine möglichst späte Eheschließung:
  1. Heiraten ist eine emotional sehr einschneidende Angelegenheit
  2. Deine Familie sollte den Zukünftigen nicht erst am Hochzeitstag kennenlernen
  3. Du musst vielleicht erstmal lernen auf eigenen Beinen zu stehen

Glaube mir, den Partner nach Deutschland zu holen ist eine nervenaufraubende Sache. Du kommst zum ersten Mal in Kontakt mit unfreundlichen Beamten im Ausländeramt und wirst von allen Seiten schief angeguckt. Als ob du den Verstand verloren hättest; einen Schwarzen heiraten - wie blöd ist die denn? Auch die eigene Familie zeigt zunächst häufig Unverständnis und verdecktes Kopfschütteln. Da muss ich mir doch schon sehr sicher sein, dass ich diesen Menschen wirklich von Herzen liebe. Dann allerdings ist es durchaus möglich sämtliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen und den Bund der Ehe einzugehen. Welche Dokumente ihr für Visa&Co braucht, könnt ihr hier nachlesen...

Es gibt aber auch Alternativen zu Heirat. Es besteht bspw. die Möglichkeit ein FSJ in Deutschland zu machen. Oder dein Partner ist studiert und findet einen Arbeitsplatz, der dann als Grundlage für ein Arbeitsvisum dient. Eine weitere Option ist sicherlich das Touristenvisum. Das gibt euch die Möglichkeit innerhalb drei Monate den gemeinsamen Alltag in Deutschland auszutesten und die Beziehung einer letzten Bewährungsprobe zu unterziehen. Das ist sicherlich der einfachste und unverbindlichste Schritt und ich würde ihn für noch nicht ganz Entschlossene dringendst empfehlen.

John hat mich damals auch zunächst für drei Monate besucht. Anfangs hatte ich Bedenken, dass das evtl. Geldverschwendung ist und wir uns das finanziell gar nicht leisten können. Doch im Nachhinein haben wir damit den ökonomischsten Weg gewählt. Durch Zufall haben wir erfahren, wie es möglich ist auf einem ganz normalen Touristenvisum zu heiraten, so dass John nicht erst wieder nach Südafrika zurückfliegen musste, um dort mehrere Monate auf seine Papiere zu warten. Wie das geht erfährst du hier (link)

Wäre ich damals ohne ausgiebige Vorbereitungszeit in die Ehe gegangen, wer weiß wo ich jetzt stehen würde...

ProKontra
Langfristige PerspektiveGroßer Druck & Verantwortung
Nah bei Familie und FreundenAbhängig von der Familie?
Bessere Ausbildungs- bzw. Jobchancen für beideGefahr von Rassismus und Diskriminierung
Optionen: Touristenvisum, Arbeitsvisum und StudentenvisumTeuer und hohes Risiko