Sonntag, 6. November 2016

Verliebt im Freiwilligendienst - was nun? (Teil 3: Rückkehr ins Gastland)

Entscheidung für die Rückkehr ins Gastland

Diese Entscheidung sollte nie zu voreilig getroffen werden, aber nach der empfohlenen Bedenkzeit kann dieser Schritt natürlich in Betracht gezogen werden. Die Rückkehr ins Gastland ist allerdings ein aufwendiger Prozess und oft ist fraglich, welches Visum dafür am geeignetsten ist. In einem anderen Artikel gehe ich darauf genauer ein. Am schnellsten zu erhalten ist natürlich ein Touristenvisum, allerdings ist dies in den allermeisten Fällen auf drei Monate begrenzt. Solltest du dich für ein längerfristiges Visum entscheiden, musst du mit einer Bearbeitungsdauer von 2-3 Monaten rechnen. Das ist nervig, aber ihr könnt diese Zeit auch nutzen, um euch noch besser kennenzulernen und für die gemeinsame Zeit zu planen.
  • Wo möchten wir wohnen (alleine oder zusammen?)
  • Wie steht es um die finanzielle Absicherung?
  • Was ist unser gemeinsames Ziel in dieser Zeit?

Ich bin damals bspw. für 10 Monate auf einem Freiwilligenvisum zurück nach Südafrika gegangen und wir haben die ersten paar Monate getrennt gelebt, um uns ausgiebig beschnuppern zu können. Ich hatte mir damals 3000 Euro von meiner Mutter geliehen und über das Internet einen "Praktikumsplatz" in einem Backpacker ergattert. Das hatte den Vorteils, dass ich dort umsonst wohnen konnte und sogar das Hostel-eigene Auto benutzen durfte. Unser gemeinsames Ziel war es der Beziehung durch meine Rückkehr eine realistische Chance zu geben und uns gegenseitig einfach besser kennenzulernen. Andererseits war es mir wichtig, dass ich nicht auf meinen Partner angewiesen war und selbst wenn die Beziehung in die Brüche gegangen wäre, ich trotzdem noch eine schöne Zeit in Südafrika haben würde.

Macht euch also im Vorhinein ausreichend Gedanken über diese Punkte, ohne durch die vielen Horrorszenarien den Glauben an euer Vorhaben komplett zu verlieren. Sucht den Austausch mit eurem Partner über diese Punkte und bindet ihn in die Vorbereitungen mit ein. Er kann sich bspw. um eine Wohnung vor Ort kümmern oder den ersten gemeinsamen Ausflug organisieren. Das zeigt wie engagiert er ist und ob er bereit ist für die Beziehung Kompromisse einzugehen.

Stellt euch auch einen Notfallplan auf, damit einerseits eure Familie beruhigt ist und ihr andererseits im akuten Notfall wisst was zu tun ist bzw. wen ihr kontaktieren müsst. Falls möglich, verbleibt in gutem Kontakt mit eurer Freiwilligenorganisation vor Ort. Die können euch in vielen Punkten unterstützen und als als erste Anlaufstelle dienen. Hier nochmal die wichtigsten Argumente für uns gegen diesen Schritt zusammengefasst:

ProKontra
Beziehung bekommt reale ChanceMit viel Unsicherheit verbunden
Ihr könnt evtl. arbeiten oder studierenMöglicherweise starkes Heimweh
Ihr werdet noch selbstständiger& mutigerHohe Kosten für Visa & Flug
Ihr denkt nicht immer: Was wäre wenn…Erwartungen können enttäuscht werden (Alltag ist nicht wie FD oder Urlaub)